Die Orgel stammt aus der traditionsreichen Werkstatt Hermann Eule in Bautzen (Sachsen). Die 1872 gegründete Firma lieferte auch während der DDR-Zeit zahlreiche Orgeln in westdeutsche Kirchen. Das Instrument entstand in zwei Bauabschnitten (1970/1975) und verfügt über Schleifladen mit mechanischer Spiel- und Registertraktur. Die Disposition ist mit 20 Registern, dem damaligen musikalischen Zeitgeschmack entsprechend, an Vorbildern des barocken Orgelbaus orientiert. Im Unterscheid zur Flentrop-Orgel in Heilig-Geist läßt die Eule-Orgel einen kräftigen Grundstimmenaufbau mit gravitätischerem Klang vernehmen. Der Entwurf des Orgelgehäuses mit asymmetrisch versetzten Kästen, die die Werkgliederung klar erkennen lassen, stammt von Orgelbaumeister Hermann Eule und wurde von Aalto aus mehreren vorgelegten Varianten ausgewählt. Das Gehäuse zeigt daher nicht die für Aaltos Orgelprospekte typischen Merkmale, wie sie in den Ausführungsplänen für die Stephanus-Kirche vorgesehen waren.
(Text aus dem Kirchenführer "Heilig-Geist-Kirche und Stephanus-Kirche Wolfsburg" von Holger Brülls. Erhältlich im Gemeindebüro.)